Job gekündigt für ein Praktikum?!

Das klingt befremdlich für Dich?

Ich erzähle Dir nun, warum das die beste Entscheidung meines Lebens war…!

Meine Liebe zur Fotografie habe ich schon sehr früh entdeckt und seitdem auch immer fleißig geübt. Ein heimlicher Wunsch war es, diese Leidenschaft vielleicht eines Tages zu meinem Nebenberuf oder sogar zu meinem Beruf zu machen.
Dieser Gedanke lies mich nie los und ich träumte davon, wie es wohl wäre, nicht den ganzen Tag im Büro zu sitzen, sondern draußen mit Menschen und Tieren zu arbeiten. Nur wusste ich einfach nicht wie ich das Alles angehen sollte.
Oft habe ich zu meinem Mann gesagt wie schön es doch wäre, wenn ich jemanden an meiner Seite hätte, der mir meine ganzen Fragen beantworten würde und von dem ich lernen könnte. Diese Wunschvorstellung schien allerdings unfassbar weit weg.

Mitte 2017 habe ich dann in der Instagram Story meines großen Vorbilds Claudia Rahlmeier – Fotografie dieses Bild entdeckt….!

Verena Dechant

Wahnsinn! Genau das war es, was ich mir schon so lange wünschte. Nachdem dann die komplette Ausschreibung online war, zerbrach ich mir sprichwörtlich den Kopf ob ich mich auf das Praktikum bewerben soll oder nicht. Auf der Waagschale lag ein Herzenswunsch, ein Traum und eine riesen Chance sowie ein Vollzeitjob, ein Pferd, Rechnungen die bezahlt werden wollen und viele weitere Gründe die man vorschieben könnte.

Ich habe großes Glück, dass mein Mann in allen Belangen hinter mir steht und somit war die Entscheidung leichter und unser Plan, wie trotz des Praktikums alles ohne Probleme funktionieren würde, schnell aufgestellt. Diese Chance war einach zu wertvoll um sie vorbeiziehen zu lassen.
Tja, was soll ich sagen? Am nächsten Tag hatte ich eine E-Mail in meinem Postfach. Von Claudia. Und als ich sie öffnete, bin ich ausgerastet vor Freude, denn Claudia wollte sich unbedingt mit mir treffen.
Gesagt getan. Einige Tage später saß ich an einem lauen Sommerabend im August mit ihr beim Essen und wir besprachen die Einzelheiten. Als ich an diesem Abend nachhause fuhr, war ich wie in Trance – ich konnte mein Glück wirklich kaum fassen. Claudia bei ihrer Arbeit begleiten zu dürfen und von ihr lernen zu dürfen, das ist ein Geschenk des Himmels.

War nur noch die Frage offen, was mein Chef dazu sagt.
Meine Vorstellung war, dass ich meine Arbeitsstunden für die Dauer des Praktikums einfach um die Hälfte reduzieren würde. Klingt eigentlich ganz logisch und durchaus umsetzbar. Noch nie zuvor bin ich an ein Gespräch mit so viel Selbstsicherheit und Selbstvertrauen rangegangen wie an dieses. Ich saß also in dem Büro meines Chefs, mit einem Traum an der Hand, den ich mir von nichts und niemandem auf dieser Welt würde nehmen oder zerstören lassen. Das musste auch schmerzlichst mein Chef erfahren, als er meinem Vorhaben nicht zustimmte und ich ihm meine Kündigung auf den Tisch legte….

Wie, einfach gekündigt? Arbeitslos wegen eines Praktikums? So kann man es nennen. Also fast!

Verena Dechant

Um ehrlich zu sein, fiel mir die Kündigung nicht leicht, denn immerhin ging ich gern ins Büro und war eigentlich sehr zufrieden.
Natürlich war mein Chef darüber ebenso alles andere als erfreut, denn immerhin hatte ich Einiges an Verantwortung für spezielle Projekte. Aber so war es jetzt nunmal und ich freute mich so unglaublich auf die Zeit mit Claudia, auf die ganzen Erlebnisse und Erfahrungen die mir bevorstanden. Ich hatte irgendwie das Gefühl, endlich frei zu sein. Die Entscheidung die ich getroffen hatte, war dieses Mal rein für mich und es fühlte sich einfach gut an.

Die Reaktionen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis waren durchweg positiv. Ausnahmslos Jeder fand meine Entscheidung mutig und genial. Manche freuten sich wirklich sehr für mich und das gab mir natürlich eine gewisse Art der Bestätigung. Auch wenn ich für mich schon lange wusste, dass es richtig war.
Meine Familie stand natürlich ebenfalls hinter mir, wenn auch mit einem gewissen Sicherheitsdenken belastet.
„Aber was ist wenn….“
„Was willst Du danach machen…?“
Diesen und einigen Fragen mehr musste ich mich natürlich stellen.
Auf das Meiste hatte ich auch eine Antwort, aber das Schönste war natürlich zu wissen, dass die Familie Verständnis für mich und mein Vorhaben zeigte und es auch unterstützte.

Eine Woche nach der Kündigung suchte mein Chef dann das Gespräch mit mir. Nachdem er mehrmals wiederholt hatte, wie sehr er mich und meine Arbeit schätzen würde, und wie sehr ihn die Kündigung getroffen hatte, fragte er mich, ob wir nicht doch einen gemeinsamen Weg finden würden um weiterhin zusammenarbeiten zu können.
Wir redeten knapp 2 Stunden lang.
Wir sprachen über mein Vorhaben, über Aufgaben die er mir gerne übertragen würde, damit ich meiner Leidenschaft auch im Beruf nachgehen kann und so weiter und so fort.
Es war tatsächlich ein absolut sachliches und nettes Gespräch mit so viel Wertigkeit und gegenseitiger Schätzung, dass ich zusicherte, noch einmal darüber nachzudenken.

Es folgte also ein Wochenende mit schwirrenden Gedanken. Hatte ich mich ja schon so sehr auf meine Freiheit gefreut und auch irgendwie schon abgeschlossen. Allerdings musste ich mir auch eingestehen, dass ich immer gerne ins Büro ging und so eine Weiterbeschäftigung natürlich auch Vorteile mit sich brachte. Nicht zuletzt im Hinblick auf den Geldbeutel.
Ich kam also zu dem Entschluss, dass ich meinem ursprünglichen „Königsweg“ – die Arbeitsstunden zu reduzieren – eine Chance geben wollte und zudem noch ein paar mehr Forderungen stellen würde. Also wenn schon, denn schon oder?
Gesagt getan, meine Bedinungen, zu denen ich bleiben würde, waren klar und habe diese meinem Chef mitgeteilt. Zu meinem großen Erstaunen hat er alles ohne Diskussion akzeptiert. Die Bedingungen waren sehr unterschiedlich und natürlich in meinem Interesse. So weiß mein Chef nun auch, was meine Ziele sind und was das für die Zukunft bedeutet. Mit offenen Karten zu spielen war absolut richtig.

Ich konnte mir nun einen Traum erfüllen, meiner Arbeit weiterhin nachgehen und habe mir den Weg geebnet, um meiner Leidenschaft auch in Zukunft ausreichend Zeit und Raum geben zu können. Das ist schon ein kleiner Luxus wie ich finde.
Ich wusste nach diesen Gesprächen, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte und die wohl doch harten Maßnahmen auch ihre Früchte trugen. Obwohl es nie ein Problem mit meinem Chef gab, so hat er wirklich oft erwähnt wie sehr er mich und meine Arbeit schätzt und ich kann euch sagen, solche Worte aus dem Mund vom Chef zu hören, gibt eine enorme Motivation und der Zusammenarbeit eine ganz neue Ebene.

Ich konnte meine Arbeitszeit also auf 20 Stunden pro Woche reduzieren und mir diese Zeit komplett individuell einteilen.
Und dann war es so weit. Es wurde Oktober und es folgte mein erster Tag als Praktikantin bei der lieben Claudia! Wuhuuuuu!

Der erste Tag bei Claudia vermittelte mir schon extrem viele Eindrücke. Ich erhielt erstmal einen groben Überblick über all das, was sonst noch zu einem Fotounternehmen gehört und was meine Aufgaben sein werden.
Ihr könnt mir glauben, das ist nicht nur mal eben schnell ein paar Fotos schießen!

Zum Einen durfte ich Claudia zu ihren Kundenshootings begleiten, was für mich immer wieder ein Highlight war. Ich habe sehr viele Menschen und deren Geschichten kennen gelernt was wirklich jedes Mal sehr schön war. Es war unglaublich interessant zu sehen, wie Claudia die Shootings angeht und blitzschnell auf die verschiedenen Situationen eingestellt ist, welche Anweisungen sie gibt und wie sie mit Mensch und Tier harmoniert. Bei diesen Shootings konnte ich sehr viel für mich persönlich mitnehmen.

Selbstverständlich habe ich vor Ort nicht ihre Kunden fotografiert, aber ich hatte ebenso einen wichtigen Part inne. Meine Aufgabe war es, die Aufmerksamkeit der Pferde zu erregen, damit so die schönsten Ausdrücke festgehalten werden konnten. Mit einigen Hilfsmitteln klappte das meistens auch ganz gut. Immerhin ist jedes Pferd anders!

Durchs zusehen und zuhören lernte ich, wie man sich selbst und die Menschen oder Tiere vor der Kamera am besten platziert und sah natürlich dann immer das Ergebnis auf dem PC. Auch das brachte mich für meine eigenen Umsetzungen wirklich sehr viel weiter. So konnte ich meine eigenen Fehler besser erkennen und wusste danach immer gleich, was ich beim nächsten Mal besser machen wollte.

Nachdem ein Bild also im Kasten ist, will es auch bearbeitet werden. Claudia zeigte mir ihren Workflow mit Lightroom und auch hier konnte ich mir einige Kniffe abschauen. Die präzise Retusche erfolgte mit Photoshop. Claudia hat mir immer alles genau erklärt, damit ich mir alles Schritt für Schritt mitschreiben konnte um das Gelernte auch zuhause umsetzen zu können. Ich bin Claudia immer noch sehr dankbar dafür, dass sie mir so ein Vertrauen entgegengebracht hat und ich ihre Bilder bearbeiten durfte.

Abgesehen davon, ging sie mit allen Themen absolut offen um und lies keine meiner Fragen unbeantwortet. Ich hätte nicht gedacht, dass ich tatsächlich ein solch tiefen Einblick in ihr Unternehmen erhalten werde. Ich durfte sie bei der alltäglichen Büroarbeiten in allen anfallenden Bereichen ebenso unterstützen wie in der Bildbearbeitung. Auch im Büro, insbesondere im Bereich des Marketings konnte ich viel mitnehmen wovon ich jetzt oder auch vielleicht später profitieren kann.

Zusammengefasst kann ich nur immer wieder widerholen, dass es absolut bereichernd und eine unglaublich wertvolle Zeit war. Hätte ich mir das Wissen, das ich jetzt habe über Workshops erkaufen/erlernen müssen, dann wäre es jetzt wohl ein paar Jahre später und meine Brieftasche um Einiges leerer!
Ich hoffe natürlich, dass ich Dir liebe Claudia auch ab und an eine Hilfe war.

Das Praktikum war natürlich auch eine sehr persönliche Sache. Wir haben viel Zeit bei Claudia zuhause verbracht und da lernt man sich natürlich auch sehr gut kennen. Wir sind sehr schnell zusammengewachsen und waren ein tolles Team! Neben der Arbeit hatten wir auch jede Menge Spaß und tranken etliche Liter Kaffee! Wir verbrachten gemeinsam ein Wochenende in Berlin, hatten eine Autopanne und haben auch die ein oder andere Freitzeitaktivität zusammen unternommen. Und so kann ich voller Stolz sagen, dass ich nicht nur eine Mentorin, sondern auch eine Freundin gewonnen habe!

In meinem „normalen“ Job klappte weiterhin alles prima und es gab keinen Moment in diesen drei Monaten in dem ich die Entscheidung bereute, meine Kündigung zurückgenommen zu haben. Mein Chef stand hinter seinem Wort und die Zusammenarbeit war durchweg positiv. Auch das freut mich natürlich um so mehr! Das war wieder einmal mehr die Bestätigung, dass man auf keinen Fall alles hinnehmen soll sondern immer an sich selbst glauben soll.
Ich würde es jederzeit wieder tun um mir einen Traum zu erfüllen!!!

Nun ist meine Zeit als Praktikantin bei Claudia vorbei und ich bin sehr gespannt, wo mich mein Weg nun hinführt. Klar ist, dass er nicht ohne Claudia sein wird, denn ich darf sie auch weiterhin ein wenig begleiten und das freut mich wirklich sehr!
Außerdem habe ich auch schon sehr viele Ideen, die ich gerne umsetzen und ausprobieren möchte.
All das aber kannst Du hier weiterhin verfolgen. Ich freue mich, wenn Du dabei bleibst und ebenso gespannt bist wie ich.

Deine Verena

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By | 2018-05-25T09:52:30+00:00 Februar 15th, 2018|Categories: Blog|Tags: , |0 Comments